Was ist Osteopathie?
Die osteopathische Medizin ist eine sanfte Heilkunst. Sie ist eine ganzheitliche, manuelle Therapie, die der Erkennung und Behandlung von Funktionsstörungen dient. Diese können den gesamten Körper mit all seinen Systemen betreffen. Die Anpassungsfähigkeit des menschlichen Körpers an die Umwelteinflüsse , sowie an die auf ihn treffenden Belastungen, kann durch verschiedenste Gründe beeinträchtigt sein.
So kann uns eine sehr lange bestehende Gewohnheitshaltung, ein Unfall, eine starke psychische Belastung oder auch ein nur geringfügiges Trauma so aus dem Gleichgewicht bringen, daß Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Störungen des Allgemeinbefindens die Folge sind. Im Laufe der Jahre können sich ganze Spannungsketten im Körper aufbauen. Die Aufgabe der Osteopathie ist nun, dem Körper seine Beweglichkeit zurückzugeben und die Selbstheilungskräfte wieder anzuregen. Grundlage der Behandlung ist die Anerkennung der Einheit des menschlichen Körpers. Nach einer ausführlichen Befragung des Patienten zu seiner Krankengeschichte wird die Diagnose ausschließlich mit den Händen gestellt.

Hierbei ertastet der Osteopath/die Osteopathin Schicht um Schicht des menschlichen Gewebes und erforscht so die Spannungen und Störungen der Funktion. Zur dann folgenden Behandlung werden mit den Händen sanfte und schmerzfreie Techniken ausgeführt. Jede neue Therapiesitzung wird individuell auf den Patienten abgestimmt. Voraussetzung dafür ist die genaueste Kenntnis der Anatomie und Physiologie, die in einem 5-6-jährigen Studium erlernt wird.
Leider ist die Osteopathie im Leistungskatalog der Krankenkassen nicht enthalten. Die privaten Versicherungen übernehmen die Kosten teilweise, es ist jedoch anzuraten, vor der osteopathischen Behandlung Kontakt zu seiner jeweiligen Kasse aufzunehmen, um die Erstattungskosten zu erfragen. Ärzte und Heilpraktiker rechnen die Kosten über die jeweilige Gebührenordnung ab.
Geschichte der Osteopathie
Der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still ( 1828-1917) begründete vor über 120 Jahren die Osteopathie. Seine Frau und seine 4 Kinder waren schwer erkrankt und er mußte machtlos zusehen, wie sie starben. Die damaligen Kenntnisse in der Schulmedizin waren sehr mangelhaft und so suchte Still nach einem neuen Verständnis von Gesundheit, Krankheit und nach einem ganzheitlichen Bild der Heilkunde. Seine Einsichten bilden bis heute die Grundlage der osteopathischen Medizin, wie die Betrachtung des Organismus als Einheit, die Bedeutung der Beweglichkeit der Gewebe und die Fähigkeit des Körpers zur Selbstregulierung. Seit damals hat sich die Osteopathie stark entwickelt und ist um wesentliche Bereiche ergänzt worden. Inzwischen gehört sie in vielen europäischen Ländern und in den USA zu den anerkannten und bewährten Formen der Medizin.